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3. Mai 2020

Hausbesuch

202020

 

Mehrmals im Monat sucht Yenfaabima Menschen in einer für diese ausweglos scheinenden Situation auf. Aufgrund einer psychischen Erkrankung, die irrtümlicherweise als ansteckend gilt, werden Menschen in lebenslange Quarantäne gesteckt. Auf dem Hintergrund einer solchen persönlichen Katastrophe treten für diese Menschen selbst die Bedrohung durch das Corona-Virus oder einen terroristischen Überfall in den Hintergrund.

Da ist zum Beispiel Herr L., bei dem vor 3½ Jahren eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert wurde. Es fiel auf, dass er seit etwa einem Jahr nicht mehr zur Nachsorge erschien. Das Yenfaabima-Team machte sich auf, ihn in im 30 km entfernten Kotouri auf zu suchen. Sie trafen im Hof der Familie auf eine Frau mit vier Kindern, die sich als die Ehefrau von Herrn L. herausstellte. Da die Familie trotz Behandlung nicht von ihrem Glauben an dämonische Kräfte abließ, kümmerte sich einzig sein leiblicher Bruder um ihn. Der war vor gut einem Jahr gestorben. Nun war der Erkrankte völlig von der Familie verstoßen und musste allein in einer Hütte leben. Den Kindern wurde verboten, mit ihm Kontakt auf zu nehmen. In einem intensiven Gespräch mit der Ehefrau und anderen Familienmitgliedern konnte jedoch die Wiederaufnahme in die Familie erreicht werden. Zur Fortsetzung der Behandlung fuhr Herr L. zunächst mit nach Piéla, wo er mehrmals von seiner Frau besucht wurde. Nach sechs Wochen konnte Herr L. nach Hause entlassen werden.

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  • 15.02.2020 MB202008

    Ein Monat bei Yenfaabima
    (Teil 2)

  • 9.02.2020 MB202007

    Ein Monat bei Yenfaabima
    (Teil 1)

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