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AUFKLÄRUNGSARBEIT

Dieser Teil der Arbeit stand mit am Anfang aller Aktivitäten. Schon lange bevor Yenfaabima seine Arbeit aufnahm waren Vorträge über Gesundheitsthemen wie Hygiene, AIDS, Beschneidung, Epilepsie und psychische Erkrankungen fester Bestandteil der Musikseminare, die Tankpari Guitange jährlich organisiert.

Als Yenfaabima im Juni 2016 aus dem angemieteten Behandlungsgebäude von der Nachbarschaft gewaltsam vertrieben wurde, verstärkte der Verein seine Aktivitäten zur Aufklärung der Bevölkerung. Die AnwohnerInnen begründeten ihr rigoroses Vorgehen als Notwehr, die offensichtlichen Behandlungserfolge von Yenfaabima machten ihnen Angst. Aus ihrer Sicht hatte Yenfaabima erfolgreich die Dämonen aus besessenen Menschen ausgetrieben. Diese Dämonen würden nun in der Nachbarschaft einen anderen Menschen suchen, um ihn zu befallen.

In der Folge fanden Gespräche mit den örtlichen Behörden und dem traditionellen Chef statt. Auch in staatlichen Behörden herrschen oft noch unklare oder falsche Vorstellungen in Bezug auf psychische Erkrankungen. Eine Multiplikatoren-Konferenz mit etwa 200 Teilnehmenden über zwei Tage informierte Pfarrer und andere Funktionsträger über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten psychischer Erkrankungen. Damals entstand auch der Wunsch nach einer audio-visuellen Ausrüstung, um die Bevölkerung besser zu erreichen.

Seit 2019 steht nun ein mobiles Kino-Equipement zur Verfügung. Der Film "La Maladie du Démon" ist eine Attraktion und ein Türöffner für die ländliche Bevölkerung geworden. Yenfaabima reist damit in die Dörfer der Region und erreicht so eine große Öffentlichkeit. Im Anschluss an die Filmvorstellungen finden Nachgespräche statt, die in der Regel mit einer spontan organisierten Sprechstunde fortgesetzt werden.

Die PatientInnen und ihre Familien werden individu-ell beraten. Psycho-Education, das Vermitteln von Wissen über die eigene psychische Erkrankung oder die eines Familienmitglieds, wird sehr ernst genom-men und gilt bei Yenfaabima als Schlüssel für die Genesung eines Erkrankten. Das Einbeziehen der Angehörigen gibt Erkrankten Sicherheit und kann Rückfälle verhindern.

SeminarVortrag bei einem Musikseminar

ThionAufbau des mobilen Kinos in Thion

CoallaEine Sprechstunde nach der Filmvorführung in Coalla

FamilieGespräch mit der Familie einer Patientin